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27. September 2017

Ist Külsheim Fake?

Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass es Külsheim gar nicht gibt. Zumindest nicht auf der Karte des "Altas Maior" von Joan Blaeu in der Koninklijke Bibliotheek in Den Haag.

Steinbach, Uissigheim, Gamburg, Hochhausen, Königheim, alles vorhanden, sogar Wolferstetten ist verzeichnet.



Ist Külsheim denn Fake, um in original amerikanischem Präsidenten-Sprech zu fragen?

18. September 2016

Streitäxte und Schnüre

Eingebettet zwischen der Osterburker Straße und der Sudetenstraße liegt eine exakt 561m lange Straße, gesäumt von gepflegten Mehrfamilienhäusern. Ihre Seitenstraßen haben romantische Namen wie Gundelsheimer Straße, Adelsheimer Straße, Boxberger Straße, Weikersheimer Ring, Frankenstraße und Alemannenstraße. Parallel zu ihr führt die Buchener- und die Königshofer Straße. Wer jetzt denkt, diese Straße läge in Hardheim, Walldürn oder vielleicht Mosbach, liegt weit daneben.

Diese Strasse, mit dem stattlichen Namen Külsheimer Strasse, liegt in der Universitätsstadt Mannheim. Genauer, sie liegt nahe der A6 im Mannemer Stadtteil Wallstadt.

Warum aber inmitten der Strassen bekannter Orte und Gebiete die Atzelbuckelstraße ebenfalls auf die Külsheimer Strasse führt, noch dazu als Einbahnstrasse, erscheint rätselhaft. Der Atzelbuckel liegt bei Ilvesheim, knapp 4km von der Külsheimer Strasse entfernt, und ist mit dieser nicht verbunden. Am Atzelbuckel, dem Rest einer über 100m hohen Sanddüne, wurde sogenannte Schnurkeramik gefunden. Die Schnurkeramik ist durch charakteristische Gefäßverzierungen benannt, bei der mit einer Schnur umlaufende Rillenmuster in den Ton eingedrückt wurden. Die Schnurkeramik stammt aus der Kupfersteinzeit. Diese ist älter als die Bronzezeit, weitere Merkmale der Kupfersteinzeit sind Streitäxte. Was das mit Külsheim zu tun hat? Nichts, nehme ich an.

Aber vielleicht ist das ein Trugschluss, man lernt bekanntlich nie aus.

6. Januar 2015

Warum hiessen die Gasthäuser Stern, Krone und Mohren so?

In Külsheim gab es die Gasthäuser Zum Stern, Zur Krone und Zum Mohren. Warum hatten die Gasthäuser diese Namen?

Die Heiligen Drei Könige sind die Patrone für die Reisenden und Pilger, besonders auch Patrone für die letzte Reise, den Tod. Der Tod tut hier allerdings nichts zu Sache.

Da Gaststätten eine zeitliche Heimstatt für Reisende sind und die Heiligen Drei Könige die Patrone für die Reisenden, liegt es nahe den Gaststätten auch die Namen (von Attributen) der Heiligen Drei Könige zu geben: Stern, Krone oder Mohr. Der Legende nach soll Caspar, der jüngste der drei Könige, ein Mohr gewesen sein.

2. Januar 2014

Proscht Naüjoor


Proscht Naüjoor
Die Bretze so gross wie ä Schaüredoor
Die Wuurscht so dick wie's Ouferohr
Proscht Naüjoor 
...und dazu der Schildbürgerstreich am Roten Platz: Zur Kopf- und vor allem Fusspflege darf man nicht durch die Mauer fahren. Do könnscht mi'm Koupf durch die Wänn

31. August 2013

Was ist das - wirklich eine Leiter?

Nachdem Albert Väth vor einigen Jahren verstorben war, wurde die grosse Scheune seines Anwesens abgerissen. Die Scheune stand (unter anderem) an der Stelle, an der die alte Külsheimer Synagoge stand.  Bevor die Scheune abgerissen wurde, fand ich darin eine kurze, etwas 2m lange Leiter mit einem unverhältnismäßig großen, handgeschmiedetem eisernen Haken. Die Sprossen der Leiter sind etwas geschwungen, das Holz ist schmal und zierlich, es scheint nicht geeignet eine (erwachsene) Person halten zu können.  Eventuell handelt es sich um eine Teil eines Fuhrwerks oder Gespanns, aber auch hierfür scheint das Holz recht schwach. Handelt es sich um einen jüdischen Gegenstand aus der Synagoge?


28. April 2011

Gegen die Kartoffelkäfer

Angeblich warfen die Amerikaner im Krieg Kartoffelkäfer über Deutschland ab, um die Nahrungskette zu stören und somit die Moral zu schwächen. So auch in Külsheim, wo Kinder in den 1940-er Jahren die Kartoffelkäfer einsammeln mussten.
Die starke Vermehrung der Kartoffelkäfer in der ersten Hälfte des 20.ten Jahrhunderts kommt aber durch den Umstand, das die Käfer in Europa keine Fressfeinde hatten. In Wirklichkeit dienten die Kartoffelkäfer daher eher als Mittel der Propaganda denn als Biowaffe.

Ob jedoch der Rainfarn (Chrysanthemum vulgare) in Külsheim bewusst gegen  die Kartoffelkäfer gepflanzt wurde, ist nicht belegt. Fest steht, dass die stark duftenden Blätter sowie die Blüten des Rainfarns, die insektenabweisende Wirkstoffe enthalten, früher ausgestreut wurden um Ungeziefer fernzuhalten. Rainfarn wurde daher auch angepflanzt, um den Kartoffelkäfer zu vertreiben. Nach einer Studie wurde dadurch der Kartoffelkäfer-Befall stark reduziert.

Noch etwas Wissenswertes, der Rainfarn zählt zu den sogenannten Kompasspflanzen, weil sich die Blätter im vollen Sonnenlicht genau senkrecht nach Süden richten. Und natürlich ist er auch Bestandteil des Kräuterbüschels.

17. Juli 2010

Das haarsträubende Erlebnis des Pfarrer Brigel, 1710

Was dem Pfarrer Brigel von Gerichtstetten auf dem Weg zwischen Pülfringen und Erfeld widerfuhr. 
Ein Vorfall aus dem Jahre 1710

Am 4. November 1710 ereignete sich in dem Wäldchen zwischen Pülfringen und Erfeld ein Vorfall, der in der ganzen Gegend das größte Aufsehen erregte und in seinen Folgen zu Auseinandersetzungen zwischen der Churmainzischen und der Fürstbischöflichen Regierung zu Würzburg führte. Wir finden in alten Gerichtsakten aus dem Würzburger Ordinariats Archiv den Vorgang und erzählen ihn, wie er sich nach den Akten darstellt.

Auf den genannten Tag hatte der Herr Pfarrer zu Pülfringen Besuch von seinem Bruder aus Aschaffenburg erhalten und hatte, um seinen Bruder mit den Nachbargeistlichen bekannt zu machen, diese auf den 4. November zu einem „Dies“ in das Pfarrhaus nach Pülfringen eingeladen. Der Einladung wurde Folge geleistet durch die Pfarrer von Dittwar, Gissigheim, Schweinberg, Bretzingen, Berolzheim und Gerichtstetten. Alle genannten Pfarrorte waren um jene Zeit Würzburgisch. Der Pfarrer von Gerichtstetten hieß Johann Conrad Brigel, gebürtig aus Gerlachsheim, seit 1707 Pfarrer in Gerichtstetten. Etwa um 4 Uhr brach der Pfarrer von Berolzheim auf, da er den weitesten Weg nach Hause hatte, und etwa eine Viertelstunde später machte sich Pfarrer Brigel von Gerichtstetten ebenfalls auf den Weg, um, wenn möglich, den Pfarrer von Berolzheim noch einzuholen, da sie beide einen großen Teil des Heimweges gemeinschaftlich gehen konnten. In dem kleinen, heute noch bestehenden Wäldchen zwischen Pülfringen und Erfeld rief Pfarrer Brigel wiederholt laut „hoi, hoi“ um den früher aufgebrochenen Pfarrer von Berolzheim zum Warten aufzufordern. Den Pfarrer von Berolzheim bekam aber Pfarrer Brigel nicht zu Gesicht, wohl aber kam dessen Hündchen hinter ihm dreingelaufen. Nun dachte Pfarrer Brigel: „Da kann auch sein Herr nicht weit entfernt sein“ und ging seines Weges in der Hoffnung, den Konfrater von Berolzheim noch auf dem Wege zu treffen, da sie ja auch den gleichen Weg nach Pülfringen miteinander gegangen waren.

Auf einmal hörte Pfarrer Brigel vor sich auf dem Weg durch das Wäldchen einen „artlichen“ Gesang und glaubte nun sicher, den Pfarrer von Berolzheim vor sich zu haben, da er dessen Art unterwegs zu singen kannte. Aber es waren 4 Personen zu Pferd und zwar 2 Geistliche, darunter der Herr Dechant von Königheim, den Brigel persönlich kannte. Der anderer Geistliche war, wie sich später herausstellte, der Pfarrer von Hundheim. Die beiden anderen Personen waren der Churmainzische Amtsverweser Wallau und der ebenfalls Churmainzische Zehntbereiter Müller, beide von Külsheim. Als Pfarrer Brigel den Dechanten von Königheim erkannte, dachte er sich sogleich, daß die 4 Personen von der Pfarrinvestitur von Altheim kämen. Dort war nämlich am Tage zuvor der Pfarrer Andreas Blau, gebürtig aus Walldürn, investiert worden. Brigel ging ohne irgend ein Arg auf die Reiter zu, um den Herrn Dechanten zu begrüßen und zu hören wie die Sache in Altheim abgelaufen sei. Der Gesang hatte inzwischen aufgehört. Die beiden Beamten ritten voraus und Pfarrer Brigel stand zunächst vor dem Amtsverweser Wallau, er ihm jedoch persönlich nicht bekannt war. Wallau glaubte anscheinend, der vor ihm Stehende wolle ihm überfallen, riß die eine Pistole aus der Satteltasche und richtete sie auf Pfarrer Brigel. Dieser rief ihm sofort zu: „Laßt doch das! Ich bin der Pfarrer von Gerichtstetten,“ und weil er ein Unglück fürchtete, nahm er die andere Pistole aus der linken Satteltasche des Reiters heraus. Der Amtsverweser wollte nichts hören, sondern rief: „Du bist ein Schelm, ein Wegelagerer, ein Vagabund, bist vielleicht ein paar Jahr im Seminario gewesen und treibst dich nun so herum.“ Dabei schlug er mit seinem Degen auf Brigel ein, der mit seinem Stock die Hiebe aufzufangen suchte, so gut es ging. Der Chronist läßt den Bedauernswerten weiter erzählen: „Ich rufte in solcher Gefahr auf die Seite zu den geistlichen Herrn: Sie sind ja auch Geistlich. Und kam mir unterdessen mein Stock aus der Hand, Hut und Kappen vom Kopf, denn es ging mit Pferden schier alles drunter und drüber. Da nun mein Haupt entblößet, kam Herr Amtsverweser mit seinem spanischen Rohr über mich und schlug es so gewaltig über mich drein, daß er mir Kopf und Gesicht, alles hätte zuschanden schlagen können, wann ich nit meinen Arm hingehalten, woran die grausamen Schläg zu sehen waren, und der Baader erst nach gelegtem Geschwulst gefunden, daß die eine Röhre daran entzwei geschlagen.“

Die beiden Geistlichen versuchten vergeblich, Wallau zu beruhigen. Er war wie rasend und rief seinem Begleiter, dem Zehntbereiter Müller zu: „Spalte ihm den Kopf!“ Da Brigel gesagt hatte, er komme von Pülfringen, schleiften Wallau und Müller ihr wehrloses Opfer zwischen den Pferden nach Pülfringen, um es dort im Pfarrhaus einzusperren und dann bei der Weiterreise nach Külsheim mitzunehmen. Der Pfarrer von Pülfringen nahm sich in tatkräftigster Weise seines Amtsbruders an und weigerte sich entschieden, Brigel wieder herauszugeben, worauf Wallau mit Gewalt die Türe des Zimmers zu erbrechen suchte, in welchem Brigel sich in schwerverwundetem Zustand befand. Endlich gelang es dem Pfarrer von Pülfringen durch eine List, Wallau aus dem Haus zu bringen. Er ließ nämlich die in einem Wirtshaus wartenden Begleiter Wallaus bitten, diesem eine Botschaft zu schicken, sie wollten weiterreiten, da sie noch einen weiten Weg nach Külsheim hätten. Daraufhin entfernte sich Wallau aus dem Haus des Pfarrers von Pülfringen, und so war endlich auch Brigel seines Peinigers ledig. Der Pfarrer von Pülfringen verpflegte seinen Mitbruder wie der barmherzige Samaritan, bis Brigel wieder soweit hergestellt war, daß er nach Gerichtstetten zurückkehren konnte.

Nun kam das Nachspiel, das für Wallau einen sehr üblen Ausgang nahm. Er hatte sich eine schwere Verletzung eines Geistlichen zuschulden kommen lassen und war dadurch ohne weiteres der Exkommunion verfallen. Sobald der Überfall bei der bischöflichen Regierung in Würzburg zur Anzeige gebracht worden war, ließ dieser die beteiligten Personen kommisarisch als Zeugen vernehmen. Die Zeugenaussagen bestätigten alle Einzelheiten, die Brigel in seiner Anzeige angegeben hatte. Sofort wandte sich die Würzburgische Regierung an Churmainz, da es sich um einen Churmainzischen Beamten handelte. Aber die Churmainzische Regierung erklärte, sich in keiner Weise einmischen zu wollen, da das Verbrechen auf Fürstlich-Würzburgischem Gebiet begangen worden war. Wallau wurde nach Würzburg vorgeladen und verurteilt, dem Pfarrer Brigel Abbitte zu leisten, 100 Gulden rheinisch als Buße zu zahlen und sämtliche Kurkosten zu übernehmen. Erst dann werde er von der Exkommunikation gelöst werden. Auf seine inständigen Bitten erließ Pfarrer Brigel ihm die Zahlung der 100 Gulden mit Rücksicht auf die Bedürftigkeit der Familie des Amtsverwesers Wallau und begnügte sich mit der Zahlung der Kurkosten und mit der unter Tränen geleisteten Abbitte durch Wallau. Diese Sühne vollzog sich im Pfarrhaus zu Külsheim am 17. Januar 1711. Bei den mir vorliegenden Akten, aus denen die vorstehende Schilderung entnommen ist, befindet sich als Beweisstück das noch ganz mit vertrocknetem Blut befleckte Kollar (Halskragen) des Pfarrers Brigel. Erst nach erfolgter Abbitte wurde Wallau von der Exkommunikation gelöst.

Pfarrer Brigel war im ganzen 39 Jahre Pfarrer von Gerichtstetten, nämlich von 1707 bis 1746. In diesem Jahre wurde er auf sein Ansuchen zur Ruhe gesetzt und zog in seine Heimatgemeinde Gerlachsheim.
Der vorstehend geschilderte Vorfall gibt uns ein Bild der Zustände beim Beginn des 18. Jahrhunderts. Es war die Zeit des Spanischen Erbfolgekriegs (1701 - 1714), dessen Verwüstungen sich über nahezu ganz Europa erstreckten und der von Ludwig XIV. von Frankreich angezettelt worden war.

Schell, Pfarrer von Gerichtstetten

Vorstehende Geschichte ist entnommen aus:
„Heimatklänge aus dem Frankenland“ Nr. 12 vom Montag den 27. März 1922

Otto Spengler

26. November 2009

New-York - Amsterdam - Külsheim

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Der Central Park in New York - weltberühmt für einige Konzerte, die dort stattgefunden haben und als Filmkulisse für einige Klassiker. Der Vondelpark in Amsterdam, vor allem den Hippies und sonstigen Genießern bekannte Oase der Stille mitten in de Stadt. In London der Hyde-Park mit dem Speakers Corner.

Was die anderen können, kann Külsheim schon lange!

Die Parkscheuer, Park am Messhof, Wohnmobil Park hinter der Festhalle, Parkscheune an der Kapelle, Park beim Römerbad, Synagogen-Park für den Brunnenputzer, Adler-Park, Parkareal Prinz-Eugen und einige mehr.

Stadt der Brunnen - Stadt der Parkplätze.

Inzwischen dürfte die Anzahl der öffentlichen Parkplätze die Anzahl der Einwohner überschritten haben. Aber wie konnte ich es vergessen, die Touristen. Jedem Rad-Touristen einen Parkplatz! Für den Fall dass alle Gaststätten geschlossen sind und der Radler wegen Hungerast mit dem Auto abgeholt werden muss.


11. November 2009

Siedlungsarchäologie


Die Siedlungsarchäologie ist eines der bedeutendsten Teilgebiete der modernen Archäologie. Zukünftige Forscher dieser Wissenschaft werden in Külsheim ihre helle Freude haben. Einige Kilometer außerhalb des nachweisbaren Stadtkerns werden sie Gegenstände im Wald finden können, die wohl nicht direkt in Zusammenhang zu bringen sind mit dieser Stadt.





31. Oktober 2009

Külsheimerer Wein

Nachdem vor einigen Jahren die Pfarrgemeinde die eigene offizielle Külsheimer Ankunft der Wallfahrt nach Walldürn aus unerfindlichen Gründen abgegeben hat, und es keine eigene Messe der Külsheimer in Walldürn mehr gibt, ist das nächste Schlachtopfer etwas anderer Art.

Früher hiess die Külsheimer Weinlage Berg und Koks. Allerdings ist in Külsheim ein Berg (külsemerisch ausgesprochen Berch) ein männliches Schwein. Kein verkaufsfördernder Name, so glaubt man. Bei einem Namenwettbewerb vor vielen Jahrzehnten gewann dann Pfarrer Paul Künzig mit einem gängigeren Namen, der heute weithin Bekanntheit genießt: Hoher Herrgott heißt diese Lage nun. Ob Künzig als Gewinn eine Büchse Schweinewurst oder gar en halbe Berch gewann, ist übrigens nicht mehr zu eruieren.

Anno 2009 allerdings wird geopfert. Nicht der Name der Lage, sondern gleich der ganzen Stadt:

Külsheimerer Hoher Herrgott

Da war wohl ä Verdele zuviel im Spiel.