Glocken zwischen den Kriegen

Glocken werden seit langer Zeit als Zeichen zur Versammlung oder Warnung eingesetzt. Sie geben festlichen Anlässen auch einen besonderen, akustischen Rahmen. Kein Wunder also, dass Glocken für eine Gemeinschaft einen besonderen Wert haben.

Bereits 1488 wurde von Glocken in Külsheim berichtet. An Weihnachten 1600 barst eine der Glocken, die dann in Frankfurt umgegossen wurde. 1799 mussten die Glocken wiederum umgegossen werden. Im Ersten Weltkrieg war es dann vorbei mit dem festlichen Geläut. Anfang März 1918 wurden die Glocken abgenommen und in Bronnbach auf die Bahn verladen. Sprichwörtlich als Kanonenfutter.

Foto Robert Traub, Weihe der neuen Glocken in Külsheim, 10.4.21

Auf dem Foto ist die feierliche Glockenweihe der neuen Glocken nach dem Ersten Weltkrieg zu sehen. Am 10.ten April 1921 wurden die Glocken am Fuss des Kirchturms eingesegnet. Die gesamte Külsheimer Bevölkerung scheint auf den Beinen zu sein. Darunter natürlich auch viele Kinder. Diese, sowie die Glocken selbst, werden bald wieder in einen neuen, noch verheerenderen Krieg ziehen. Am 1.ten Mai 1942 müssen die Külsheimer die drei größten Glocken der Kirche und die Glocke der Katharinenkapelle abgeben.   Die Glocken kamen, wie auch 162 Külsheimer, nicht von der Front zurück.

Auf dem Foto ist übrigens neben meinem damals 20-jährigen Großvater auch mein Urgroßvater abgelichtet. Beide haben den Krieg glücklicherweise überlebt. Mein Großvater war dabei sogar in beiden Weltkriegen eingesetzt.

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