31. März 2020

Familie Brückheimer

Max Brückheimer wurde am 28.Februar 1882 in Külsheim als jüngster Sohn des Metzgers Marx Löb Brückheimer und seiner Frau Maria Anna geboren. Er wuchs im Boxhagel auf, im Hof mit der Wäscherei gegenüber der jetzigen Parkscheune. Max wurde Viehändler und Metzger, wie auch sein älterer Bruder Benedikt Metzger geworden war. Max hatte neben seinem Bruder noch drei ältere Schwestern, Babette (1873), Ella (1876) und Fanny (1879).
Nachdem Benedikt nach Würzburg verzogen war und sich Babette und Ella außerhalb Külsheims verheirat hatten, blieben Fanny und Max ledig in Külsheim zurück.
Fanny war 61 Jahre und Max 58 Jahre alt, als sie am 22.Oktober 1940 Hals über Kopf aus Külsheim ausgewiesen wurden und nach Gurs in Südfrankreich deportiert wurden, zusammen mit den zehn anderen noch verbliebenen Külsheimer Juden. Damit war die jahrhundertealte jüdische Gemeinde Külsheims ausgelöscht. Gurs war ein Sammellager am Fuss der Pyrenäen in Südfrankreich. Wer viel Geld, Schmuck oder gute Beziehungen hatte, konnte sich freikaufen und ins Ausland fliehen. Für Max und Fanny war freikaufen unmöglich, denn als kleiner Viehhändler konnte man in Külsheim kein großes Vermögen aufbauen.

Aus Gurs wurde Max am 5. August 1942 zum Sammellager nach Drancy transportiert. Am 10.August 1942 wurde er dann im Transport Nr. 17 (D901/12) in einen Güterwagen eines langen Güterzuges gesteckt, die Türen wurden von außen verplombt. Es wurde angegeben, man würde zur Umsiedlung in den Osten fahren.

Um 8.55 Uhr war Abfahrt. Der Transport wurde noch am selben Tag nach Berlin gemeldet.

 

Die zugehörige Transportliste zeigt den Eintrag für Max.

Auch seine Schwester Fanny und seine Cousine Zerline (1889), die an der Ecke Haupt-/Spitalstraße gewohnt hatte, wurden mit dem Transport Nr. 17 deportiert. Ob die drei während des Transports im selben Güterwagen zusammen waren ist nicht bekannt.


Die Güterwagen waren so voll, dass man dicht zusammengepfercht nur stehen konnte. Toiletten gab es nicht. Unterwegs gab es keine Versorgung oder Wasser, und das mitten im Hochsommer.

Der Transport durch halb Frankreich und quer durch Deutschland dauerte mehrere Tage, da der Zug unterwegs oft stunden- oder manchmal tagelang warten musste wegen Luftangriffen, oder um Züge mit Soldaten oder Kriegsgütern durchzulassen. Den Wagon durfte man während des Transports nicht verlassen.

Quelle: Wikipedia

Wer den Transport überlebt hatte war in Auschwitz angekommen. Dort ging es für Max, Fanny und Zerline aufgrund ihres Alters zweifellos direkt zur Vergasung.

Mit diesem Transport Nr. 17 wurden 1006 Personen transportiert. Frauen und 475 Männer, darunter mehr als 400 ältere Menschen wie Max, Fanny und Zerline. Der Transport erreichte Auschwitz am 12. August 1942. Nach der Selektion wurden 140 Männer, die die Häftlingsnummern 58086 - 58225 erhielten, sowie 100 Frauen, die die Häftlingsnummern 16637 - 16736 erhielten, als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 766 Deportierten wurden der "Sonderbehandlung" zugeführt, also der Ermordung.
Quelle: Tenhumberg

Eine vollständige Liste der Personen von Transport Nr. 17 ist hier zu finden.
Quelle: Yad Vashem

Nur ein einziger Mann des Transports Nr. 17 überlebte das Konzentrationslager.
 Quelle: Wikipedia

PS.
Die Schwester von Max und Fanny, Ella, die nach Bergen-Enkheim verheiratet war, wurde am 29.September 1942 in Treblinka ermordet.
Ihre Külsheimer Cousine Johanna (1875) wurde am 14.Mai 1943 in Sobidor ermordet.
Ihre Külsheimer Cousine Sophia (1881) wurde in Auschwitz ermordet.
Ihre Külsheimer Cousine Helena (1877) wurde in Auschwitz ermordet.
Ihre Külsheimer Cousine Selma (1893) wurde am 2.September 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Ihre Külsheimer Cousine Hilda (1894) wurde am 25.April 1942 nach Izbica deportiert und in der Folge ermordet.
Ihre Külsheimer Cousine Hedwig (1896) wurde am 25.April 1942 nach Izbica deportiert und in der Folge ermordet.
Ihre Külsheimer Tante Therese (1863) wurde am 15.November 1942 in Theresienstadt ermordet.


Das Bild zeigt Zerline Brückheimer, die 53-jährig ermordet wurde

Quelle: Yad Vashem

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