Gasthaus "Zum Brunnenputzer"

Das jetzige Gasthaus "Zum Brunnenputzer" war früher eine jüdische Schankwirtschaft.

Dass das Haus einen jüdischen Besitzer hatte, ist noch an der Einkerbung im rechten steinernen Türpfosten ersichtlich. Darin war die Mesusa befestigt – die sich früher auch an allen Türen in diesem Haus und an allen anderen Haustüren jüdischer Bürger befand.

Der erste bekannte Schankwirt war Israel Strauß, dessen Initialen ·J · St · 1842·  über der Eingangstür noch zu sehen sind. Dessen Tochter Karoline (Haja) heiratete 1893 den Zehngeboteschreiber Meier Naumann von Untersotzbach bei Birstein.

Der Schankraum befand sich im ersten Stock und das Bier lagerte im hinteren Keller, im kühlen Gewölbe.


Die heranwachsenden Külsheimer Jugendlichen machten sich damals einen Spaß daraus, ihre Biergläser nach und nach zu leeren, so daß der Wirt wegen jedes einzelnen Bieres in den Keller steigen musste. Er machte sich aber nichts daraus, sondern sagte: "Nu, bei jedem Gang habe ich etwas dabei verdient".

Meier Naumann emigrierte mit seiner Frau Regina 1935 nach Israel, wo seine drei Söhne schon längere Zeit lebten, und überlebte daher die Deportation der badischen Juden nach Gurs in 1940.

Kommentare:

  1. Da war früher eine Jude drin. Jetzt gehört es Reinharts

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    1. Ja, das war meine familie

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    2. Hallo, kannst Du mir bitte Kontakt aufnehmen, meine Email ist jspengler@gmx.net.
      Viele Gruesse, Jan

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