3. Januar 2022

Karteikarte Franz Stadik gefunden

 

Es tauchen online immer wieder neue Informationen und Details auf zu den Toten und Vermissten der Weltkriege. Das bedeutet dann aber auch, dann man regelmäßig das Internet und insbesondere die einschlägigen Sites absuchen muss nach möglichen neuen Informationen.

Aber es hat sich wieder gelohnt: In 2020 wurde diese Karteikarte von Franz Stadik auf der (hervorragenden) Website Fold3.com publiziert. Hiermit sind nun Details zu Franz Stadik bekannt, der infolge den Verletzungen an Bauch und Beine durch einen Artillerietreffer 1941 bei der Krim verstorben ist. Seine Familie flüchtete später im Rahmen der Vertreibungen aus der Tschechoslowakei aus dem Heimatort Heiligenkreuz (Chodský Újezd) nach Külsheim.

Nachdem nun die Zugehörigkeit zur militärischen Einheit bekannt ist, kann man auch grob die letzten Monate von Franz Stadik rekonstruieren. Das Regiment war erst an der Westfront, ging ab März 1941 jedoch an die Ostfront (https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Infanterieregimenter/IR213-R.htm):

"Am 11. März marschierte das Regiment in Rumänien ein. Die bulgarische Grenze wurde anschließend über die Hochwasser führende Donau überschritten und über den Schipkapass Beljowo erreicht. Von hier aus bis zur jugoslawischen Grenze wurde noch das Rodopegebirge überschritten. Am 6. April 1941 begann der Angriff auf Jugoslawien. Das Regiment marschierte nach Kozani ohne ernste Gefechte. Vom Kastoriasee aus wurde im Marsch nach Norden bis zum 10. Juli der Großraum Belgrad erreicht. Von hier aus ging es durch Besserabien nach Jassy. Von hier aus nahm das Regiment am Rußlandfeldzug teil.
Am 15. Juli wurde bei Socola die sowjetische Grenze erreicht. Das I. Bataillon unter Major Brunner bildete mit der Panzerjäger-Abteilung 173 unter Major Stiefvater und die 3. Kompanie des Pionier-Bataillons 173 eine Vorausabteilung und besetzte die Linie Dragoneschy - Kopatschany. Am 17. Juli wurde hier gegen 17 Uhr der Stoß einer russischen Kompanie abgefangen. Am 20. Juli überschritt das Regiment den Reutfluß und erreichte am Abend Mescheny. Am folgenden morgen wurde der Dnjestr erreicht. Am 22. Juli wurde die Vorausabteilung Brunner aufgelöst, das I. Bataillon wurde wieder in das Regiment eingegliedert. Das Regiment durchquerte die Ukraine und stieß auf die Krim vor. Am 12. August wurde Krinitschky angegriffen. Der Ort wurde genommen und das Regiment stieß weiter auf den Bug vor, der bis zum Abend aber nicht mehr genommen werden konnte. Am 14. August wurden die Nachhuten am Bug und die russischen Übersetzstellen bekämpft. Das Regiment Hatte bei diesen Kämpfen 19 Tote, 53 Verwundete und vier Vermißte. Vor allem ein Zug der 11. Kompanie unter Leutnant Schmaus wurde bei den Kämpfen fast vollständig aufgerieben. Erst in der Nacht zum 15. August konnte das Westufer des Bug vollständig freigekämpft werden. Das Regiment erhielt den Auftrag, in der Gegend des Dammkopfes am Dnjepr zu landen und den Feind dort bis zur Brücke hin auszuschalten. Aus dem II. Bataillon wurde eine Kompanie mit 120 Mann aufgestellt, die als erste Welle mit Sturmbooten unter Oberleutnant Rupprecht den Dnjepr überqueren sollte. Die MG-Kompanien des I. und III. Bataillons wurden unter Major Heymann wurden als Sicherungseinheiten am Ufer zusammengezogen. Am 28. August überschritt die erste Welle den Fluß und konnte einen Brückekopf bilden. Im Anschluß konnten weitere Teile des Regiments übersetzen und den Brückenkopf erweitern. Am 7. September setzte das Regimet den Vormarsch fort. Es mußte sich durch ein tiefes Stellungssystem durchkämpfen. Durch die II. / Artillerie-Regiment 173 unterstützt, stieß das Regiment über Mogile Ssamssonowka bis zur Höhe am Weg nach Britany-Tschernenkaja vor. Der Vormarsch auf die Krim wurde am 9. September mit Richtung auf den Raum nördlich Kataras fortgesetzt."

Den weiterhin verlustreichen Vormarsch hat Franz Stadik nicht mehr miterlebt, er ist am 7.September 1941 bei Mogila Mjortwaja gefallen.

Der Kartenausschnitt einer Karte von 1917 zeigt den Ort an dem Stadik gefallen ist, in deutscher Schreibweise Mertwaja. Die anderen markierten Ort werden auch im obigen Heeresbericht genannt.