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18. Oktober 2013

Liederabend im Mohren

Das waren noch Zeiten, als weder TV noch Internet die Külsheimer Bevölkerung solistisch zu Hause gehalten hat.  Man ging aus zum Tanz in die Rose, zum Kartenspielen in den Engel oder zum Liederabend in den Mohren.

Auch die Presse war unterwegs bei diesen Veranstaltungen. Beispielhaft folgender Artikel, wahrscheinlich aus 1928. "Külsheim, 26 Jan. Am letzten Sonntag hielt der Gesangverein "Harmonie" unter Leitung des Herrn Dirigenten Malermeister Spengler im "Mohren" einen Liederabend ab. Das Programm war reichhaltig, gut und abwechslungsreich. Der Vortrag zeugte von dem Musiktalent des Dirigenten und dem Eifer der Mitwirkenden, den Anwesenden etwas schönes zu bieten, was ihnen auch voll und ganz gelungen ist. Beethovens "Vesper" wurde vom gemischten Chor einzig schön vorgetragen. Verschiedene Klavier- und Violinvorträge wurde von Herrn Lehrer Hartwig und Herrn Pfister meisterhaft zum Vortrag gebracht. Solovorträge "Das gute Mütterlein" und der "Wein vom Rhein" von Herrn Spengler jr. kamen gut zu Gehör. "Das liederliche Kleeblatt", aufgeführt von den Herren Vorstand Pahl, Gemeinderechner Düll und Spengler jr., "Schuster Sohle" und sein Ideal von Herrn Schneidermeister Schmitt und Müller und einige Couplets von Herrn Spenglermeister Stolz sorgten für gute Stimmung. Die Veranstaltung zeigte, dass die Pflege des guten deutschen Gesanges veredelnd und unterhaltsam wirkt."

6. November 2011

Was tun mit dem Obst?

Das Jahr 2011 wird wohl als außerordentlich gutes Obstjahr in die Geschichte eingehen. Nach einem heißen Vorjahr mit Temperaturen von beinahe 30 Grad an Ostern, einem eher nassen Sommer und warmen Nachsommer reiften Pflaumen, Äpfel und vor allem Birnen zu wunderbaren Früchten mit sehr gutem Geschmack.

Gelegenheit, die Vorräte für den Winter mit Marmelade, Birnen- und Apfelgelee und Kompott aufzufüllen. Dieses schmeckt hervorragend zu Grießbrei oder Pfannkuchen.
Nicht zu vergessen sind selbstverständlich Apfelkuchen und die verschiedenen Bloatzen, die nun Hochsaison haben.






Der Dampf-Entsafter, wie man ihn früher bei Eisenwaren Stang kaufen konnte, leistet gute Dienste. Heute kann man Entsafter in dieser Größe aus Aluminium nur noch gebraucht kaufen, die Nachfrage ging wohl zurück.



Jede Menge Gläser werden das Jahr über gesammelt und warten, penibel gereinigt, auf eine weitere Verwendung. Der große Tag ist gekommen!



Mit Diät-Gelierzucker zubereitet sind Gelees und Marmeladen auch für Diabetiker geeignet.



Birnenschnitze werden mit Zimt gekocht.



Das Thermometer stammt noch aus dem frühen 20.ten Jahrhundert und ist ein praktisches Hilfsmittel.





Der Winter kann kommen! Guten Appetit.

25. Mai 2011

Gesellen-Wanderschaft des Otto Spengler 1885-94

Otto Spengler wurde 1866 als Sohn eines Rentmeisters in Külsheim geboren. Nach der Volksschule verbrachte er seine Lehrzeit in Karlsruhe. 1882/1883 besuchte Otto Spengler die einjährige Gewerbeschule in Karlsruhe, die er mit Belobigung abschloss.

Nachdem er von Lehrzeit freigesprochen war, begab er sich auf Wanderschaft. 1885 wurde er als Tünchner Geselle Mitglied des Katholischen Gesellenvereins in Karlsruhe.

Dabei wurde ein Wanderbüchlein ausgestellt, in dem neben den Statuten und der Hausordnung in den Gesellenheimen ein Adressverzeichnis der Gesellenheime aufgenommen war. Während der Wanderschaft wurden mit Stempel und Unterschrift Zeugnis gegeben über die Zwischenstationen und Arbeitsstellen. Otto Spengler begann seine Gesellenwanderschaft in Karlsruhe im Mai 1885. über Stationen in Köln, Dortmund, Hannover, Magdeburg, Berlin, Dresden, Bayreuth, München, Frankfurt und Würzburg arbeitete und wanderte er als Geselle, um im Januar 1894 in Karlsruhe die Gesellenzeit zu beenden. Er konnte dabei auf seiner Wanderschaft, wie Tausende anderer Handwerksgesellen, von der Arbeit und Wirken Adolph Kolping profitieren und in dem Gesellenverein eine Heimat finden.

Das Wanderbüchlein von Otto Spengler ist erhalten geblieben. Auf den hinteren Seiten sind handgeschriebene Eintragungen und Anmerkungen gemacht. Im Adressverzeichnis hat Otto Spengler in feiner Handschrift Aktualisierungen der Adressen vorgenommen. Das Wanderbüchlein ist hier veröffentlicht.



Otto Spengler war auf Gesellen-Wanderschaft bis 1894. Der letzte Eintrag im Wanderbuch schließt die Zeit mit einem schönen Resümee ab. Es heißt darin:

"O. Spengler war seit 4. April 1889 ein treues Mitglied unseres Vereins. Er ist seinen Verpflichtungen stets zur Zufriedenheit nachgekommen, hat längere Zeit das Amt eines Ordners mit Geschick verwaltet und war jederzeit mit Erfolg bemüht auf der Bühne sowohl wie mit Gesang u. Zitherspiel seine Mitgesellen in angemessener Weise zu unterhalten.
Gott segne ihn auf seinem künftigen Lebenswege.

Karlsruhe den 18. Januar 1894

Thoma, Präses".

2. Februar 2011

Der Leichenwagen - Das Tragen der Leiche ist zumutbar

Um 1930 wurde die Beschaffung eines Leichenwagens in Külsheim beantragt. Das Begraben der Toten ist eine städtische Angelegenheit, der Friedhof ist das Eigentum der Stadt. Der Gemeinderat hatte darüber zu entscheiden, da die Stadt den Leichenwagen hätte bezahlen müssen. In einer Gemeinderatssitzung wurde der Antrag jedoch abgelehnt. Zur Begründung wurde folgendes vorgetragen: "Der Gemeinderat konnte keine Wahrnehmung machen, wonach die jetzige Übung des Tragens der Leichen unhaltbar geworden wäre. Es soll deshalb an dem altbewährtem Brauch bis auf weiteres festgehalten werden".

Was war der genannte altbewährte Brauch? Es war das Aufstellen des oder der Toten vor dem Wohnhaus und das Abholen und Tragen bis in den Friedhof.

Das war natürlich keine angenehme und vor allem keine leichte Angelegenheit. Die Toten lagen 2-3 Tage im Wohnhaus und wurden dort betrauert. Bei heißem Wetter im Sommer war dabei nach drei Tagen schon einiges zu riechen. Der Sarg mit dem Leichnam wurde zur Beerdigung vom Pfarrer und den Ministranten mit Kreuz und Fahne und der Trauergemeinde vom Trauerhaus abgeholt und im Trauerschritt zum Friedhof getragen. Das Tragen des Sarges wurde von der Nachbarschaft übernommen und konnte sehr anstrengend sein, wenn der Leichnam vom Boxhagel bis hoch in den Friedhof getragen werden musste, oder von entfernteren Straßen quer durch die Stadt. Wenn der Leichnam schwer war, war das eine zusätzliche Belastung. Bei Regen war es auch keine reine Freude, im Winter bei glatten Wegen war es gar eine gefährliche Angelegenheit.

Im Jahr 1942 wurde der Leichenwagen dann doch angeschafft, der Männermangel in diesem Kriegsjahr zum Tragen des Sarges mag dabei eine Rolle gespielt haben. Die Toten blieben weiterhin zuhause aufgebahrt. Es wurde dabei manche Flasche Parfüm verspritzt, um den Geruch erträglich zu halten, da der Sarg offen blieb bis er kurz vor dem Abholen vom Schreiner verschlossen wurde. Das Bild zeigt den Leichenwagen mit den beiden Zugpferden, von der Spitalstraße her kommend.

Mein Großvater wurde im Jahr 1968 nicht mehr zuhause, sondern in der Katharinenkapelle aufgebahrt. Dies wurde gehandhabt, bis unter Pfarrer Landwehr neben dem Friedhof 1976 die Leichenhalle gebaut wurde. Dem Bau der Leichenhalle ging übrigens eine erbitterte Diskussion voraus, ob der Friedhof nicht verlegt werden sollte. Im Jahr 1977 wurde folgender Gemeinderatsbeschluss erlassen: "Nachdem keine Pferdegespanne mehr vorhanden sind und aufgrund der Leichenhalle beim Friedhof auch ein Transport nicht mehr erforderlich ist, beschließt der Gemeinderat, den Leichenwagen abzuschaffen".

9. Oktober 2010

Tonrelief St.Martin (Patronale)


In vielen fränkischen Haushalten, so auch in Külsheim, hängen Bilder oder Reliefs von Heiligen, oft von denen des örtlichen Patroziniums. Im Fall von Külsheim ist das der St.Martin. Das abgebildete Tonrelief zeigt St.Martin beim Teilen seines Mantels mit dem Schwert hoch zu Ross. Der Bettler hält seine Hälfte des Mantels fest. Im Hintergrund ist die Külsheimer Kirche St.Martin zu sehen.

Die Ansicht zeigt die alte Kirche vor dem Umbau in 1953. In den 1920-er Jahren wurden die vier kleinen Türmchen angebaut, das Relief ist also zwischen 1920 und 1950 entstanden.

Die Masse des Reliefs sind 15 x 25 cm, es ist aus Ton gefertigt mit einen aufgestempelten Nummer auf der Rückseite.

22. Juli 2010

12h-MTB Rennen in Külsheim

Traditionell wie in jedem Jahr hat am mittleren Juli Wochenende wieder das unter Bikern inzwischen national bekannte 12-Stunden Mountain Bike Rennen in Külsheim stattgefunden. Man kann in Einzel-, Zweier-, Dreier- oder Vierer-Teams starten. Eine Runde hat 10km Länge. Der schnellste Einzelfahrer hat in diesem Jahr in zwölf Stunden 23 Runden gefahren, das schnellste Vierer-er Team 28 Runden. Ordentliche Leistung, bei der Strecke!
Hier einige Foto-Impressionen.




Schön war´s. Wer sich anmelden will sollte zeitig dabei sein, im Januar ist die Anmeldeliste bereits gut gefüllt. Mehr Informationen siehe http://www.12stundenrennen.de.

3. Mai 2010

Burgkurzweyl zu Cullesheim

Am letzten Wochenende sowie am nächsten Wochenende 8 und 9. Mai 2010 findet in Külsheim ein mittelalterliches Spektakel statt. Ein großer Teil der Bevölkerung spielt vor großartiger Kulisse mit und gibt dem Fest eine ganz besondere Atmosphäre als Minnesänger, Handwerker, Bauern oder Bettler.

Ein Besuch ist sehr zu empfehlen, vor allem auch für Kinder ist viel zu erleben!